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Eiertanz um die Interphone-Studie
Nach Interessenskämpfen ein Eiertanz und:
Ernsthafte Warnungen vor einem nicht abschätzbaren Risiko
Kann der Handygebrauch zu Gehirntumoren führen? Weltweit wurde von der INTERPHONE – Studie eine Antwort erwartet. Sie blieb aus. Die INTERPHONE- Studie kann die bereits bestehende unabhängige Studienlage zur Gefährdung durch Mobiltelefone nicht entkräften. Erhebliche Mängel im Studiendesign führen dazu, dass die Studie das Risiko eines Gehirntumors infolge Handynutzung nicht beziffern kann.
Auf den ersten Blick scheint das Ergebnis eine Entwarnung zu liefern, doch die Studie ist prall gefüllt mit methodischen Fehlern. Dies wird von den Forschern im Schlusssatz der Studie bestätigt, auf S.14 des Originaltextes heißt es:
„Es gab Hinweise auf ein erhöhtes Gliom-Risiko und in weit geringerem Maße auf ein Meningiom-Risiko bei den höchsten Expositionswerten, bei Exposition auf immer derselben Kopfhälfte und im Fall von Gliomen bei Tumoren im Temporallappen. Einseitigkeiten und Fehler schränken die Aussagekraft der Schlussfolgerungen jedoch ein, die wir von diesen Analysen ziehen können und verhindern eine kausale Interpretation.“
Die Studie liest sich wie ein Eiertanz nach dem Motto „einerseits aber auch andererseits,“ was auf die heftigen fünfjährigen Kämpfe hinter den Kulissen um die Dateninterpretation schließen lässt.
Die Süddeutsche Zeitung.pdf >> fasst Kernaussagen gut zusammen:
„Wer viele Jahre lang intensiv ein Handy benutzt, hat womöglich ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem seltenen Hirntumor zu erkranken. In der bisher größten Untersuchung zu dem Thema, der internationalen Interphone-Studie, war die Gefahr für die intensivsten Nutzer um 40 Prozent erhöht; zu dieser Gruppe gehörten schon Menschen, die zehn Jahre lang jeden Tag eine halbe Stunde das Mobiltelefon benutzten.“
"Die obersten zehn Prozent unserer Studiengruppe scheinen tatsächlich ein erhöhtes Risiko zu haben, ein Gliom zu entwickeln", sagt Elisabeth Cardis vom Umweltforschungszentrum Creal in Barcelona, die die Studie geleitet hat.... Die Vieltelefonierer unter den Teilnehmern hatten weit überdurchschnittlich einen Krebsbefall in einem Schläfenlappen des Gehirns, also in der Nähe des Ohrs. Außerdem war deutlich stärker die Kopfhälfte betroffen, an die die Patienten ihrer eigenen Erinnerung nach das Handy meist gehalten hatten...Der Handygebrauch heute, besonders bei Kindern und Jugendlichen, ist viel stärker als bei all unseren Versuchspersonen", sagt Elisabeth Cardis. Andererseits strahlten heutige Handys weniger als Modelle vor zehn Jahren, ihre Besitzer nutzten mehr Freisprecheinrichtungen und schrieben häufiger SMS. Cardis zieht, wie viele ihrer Kollegen, daraus eine persönliche Konsequenz: "Wo immer möglich sollte man die Wirkung des Handys auf das Gehirn reduzieren."“
Also: statt Entwarnung das Gegenteil: „Seit Jahren wird darum gestritten, ob Handystrahlung gefährlich ist. Die bislang größte Studie bietet nun Grund zur Sorge,“ ist die Schlussfolgerung der Süddeutschen Zeitung.
Vertiefende Analysen:
Brennpunkt Diagnose-Funk: 19 Millionen für ein zensiertes Ergebnis.pdf >>
Elmar – Datenbank: http://www.elmar.unibas.ch/FMPro?-db=ELMAR.fp5&-format=details.html&identnummer=2340&-find
Originaltext der Interphone-Studie.pdf >>
Eigene Übersetzung der Schlussfolgerungen aus dem Originaltext.pdf >>
Analyse der Interphone-Studie:
„ Mobiltelefone und Gehirntumore: 15 Gründe zur Sorge“.pdf >>
Video Interview mit Lloyd Morgan
http://vimeo.com/8109152 Lloyd Morgan, Bachelor of Science (Bachelor der Naturwissenschaften),
Hauptautor des Berichts "Handys und Hirntumore: 15 Gründe zur Sorge", diskutiert die Unzulänglichkeiten der Interphone-Studie, weshalb sie als Grundlage zur Einschätzung des Hirntumorrisikos durch Handys unzuverlässig sind.
Die 11 Fehler in der Konzeption der Studie führen zu einer starken Unterschätzung des Risikos, und dennoch zeigt die Interphone-Studie, die gerade erst im International Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, trotzdem ein statistisch deutlich erhöhtes Hirntumorrisiko nach einer Handynutzung von mehr als 10 Jahren.
Die Verwendungsintensitäten von Handys bei der Interphone-Studie betrugen nur ein Bruchteil derer von Erwachsenen und Kindern heute.
Zu guter Letzt wurden Ergebnisse zu Akustikusneurinomen und Tumoren in der Speicheldrüse nicht veröffentlicht, ohne dass dazu eine Erklärung gegeben wurde.
Die beiden letztgenannten Tumore befinden sich in größter Nähe zum Ohr, an welches man das Handy drückt.
Zweite Frühwarnung der Europäischen Umweltagentur
zu den Risiken des Mobilfunks
Beweislage für Tumorgefahr stärker als vor zwei Jahren- Erhärtete Beweislage erfordert Senkung der Grenzwerte
- Schutzmaßnahmen für diskriminierte „Frühwarn“-Wissenschaftler gewährleisten
„Die Washingtoner Konferenz zu Mobiltelefonen hat gerade das aktuelle Beweismaterial zu den möglichen Gefahren im Zusammenhang mit Mobiltelefonen, insbesondere das mögliche Hirntumorrisiko, ausgewertet...Die Beweislage für ein Hirntumorrisiko ausgehend von Mobiltelefonen, obwohl immer noch sehr begrenzt und stark bezweifelt, ist unglücklicherweise stärker als vor zwei Jahren, als wir erstmalig unsere Frühwarnung herausgaben.“ (Prof. J.McGlade, EUA)
In Washington fand am 14./15. September eine Senatsanhörung zum Mobilfunk>> statt, parall zu einer Konferenz von Wissenschaftlern. In einer Erklärung anlässlich der „Washington-Konferenz Mobiltelefone und Gesundheit“ hat die EUA-Direktorin Prof. Jacqueline McGlade aufgrund der gegenwärtigen Beweis(!)lage die Umsetzung des Vorsorgeprinzips eingefordert. Sie verweist darauf, dass ein Warten auf Beweise zu sehr hohen Gesundheitsausgaben und wirtschaftlichen Kosten führen kann, wie es bei Asbest, bleihaltigem Benzin und Rauchen der Fall gewesen ist. Sie fordert u.a.:
- Die Exposition gegenüber Elektromagnetischen Feldern ( EMF ) zu reduzieren, besonders gegenüber der Hochfrequenz der Mobiltelefone, und besonders die Exposition von Kindern und Heranwachsenden, die am meisten durch Hirntumore gefährdet sind.
- Die wissenschaftliche Basis der gültigen EMF-Grenzwerte zu überprüfen, die schwer wiegenden Einschränkungen wie z.B. das Vertrauen in das thermische Paradigma (Ablehnung nicht-thermischer Effekte) haben, sowie die stark vereinfachenden Annahmen zur Vielschichtigkeit der Hochfrequenz-Exposition.
- Wirkungsvolle Aufkleber und Warnungen zu den möglichen Risiken für Nutzer von Mobiltelefonen herzustellen
- Mittel bereitzustellen, um die dringend benötigte Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen und den dazugehörigen Sendeanlagen zu finanzieren (ev. durch Zuschüsse der Industrie).
Prof. McGlade verweist auch darauf hin, dass „Frühwarn“-Wissenschaftler oft unter Diskriminierung, Verlust von Forschungsgeldern und unangebrachten persönlichen Attacken auf ihre wissenschaftliche Integrität leiden, wie es in vielen Umweltbereichen der Fall ist. Prof McGlade spielt damit auf die Inszenierungen der Industrie um angebliche Studienfälschungen an der Wiener Universität an. Dort sollen unbequeme Studien zurückgezogen werden. Sie ruft dazu auf, dass wissenschaftliche Verbände, Rechtsanwälte und Politiker über Schutzmaßnahmen nachdenken, wie die Gesellschaft einen größeren Schutz für Frühwarn-Wissenschaftler gewährleisten können.
Vodafone kontert mit Entwarnung
Vodafone geht nun mit einer Pressemitteilung in die Offensive gegen die zahlreichen Vorsorge - Warnungen der letzten Monate ( AUVA-Versicherung Österreich, Österreichisches Gesundheitsministerium und Ärztekammer, Europäische Umweltagentur, EWG (Environmental Working Group, USA), Senatsanhörung (USA)):
„Und auch die örtliche Temperaturerhöhung, die beim Gebrauch eines Handys in Teilen des Körpers entsteht, ist
geringer als 0,1 °C. Der Teilkörpergrenzwert berücksichtigt zudem den theoretischen Maximalfall. Das bedeutet: Ein Nutzer kann an sieben Tagen pro Woche jeweils 24 Stunden mobil telefonieren, ohne gesundheitlichen Risiken ausgesetzt zu sein.“
(Vodafone - Pressemitteilung vom 22.10. 2009.pdf >>)
Wir fordern das Bundesamt für Strahlenschutz auf, zu dieser Vodafone - Erklärung Stellung zu beziehen.
Hearing zu den Risiken der Handynutzung im US-Senat
Hearing im USA-Senat zur den Risiken der Handynutzung am 14.09.2009
Im US-Senat fand ein Hearing zu den Risiken der Handynutzung statt, an dem 5 führende Wissenschaftler aus Finnland, Israel und den USA gehört wurden, vier von ihnen warnten vor den Risiken der Handynutzung. Diagnose-Funk hat dieses Ereignis und die Presseberichterstattung dokumentiert.
„ Mobiltelefone und Gehirntumore: 15 Gründe zur Sorge“
Mobiltelefone verursachen laut dem neuem Bericht der
internationalen
EMF-Arbeitsgemeinschaft Gehirntumore
Der Bericht trägt den Titel:
Zusammenfassung als Pressemitteilung.pdf >>
Zu den mit dem Bericht in Verbindung stehenden Gruppierungen gehören Powerwatch, der Radiation Research Trust in Großbritannien sowie das EMR Policy Institute, ElectromagneticHealth.org und die Peoples Initiative Foundation in den USA.
Der Bericht kommt zu folgenden Schlüssen:
- Es besteht ein Risiko, durch die Nutzung von Mobiltelefonen Gehirntumore zu bekommen;
- Die durch die Telekommunikationsbranche finanzierten Studien unterschätzen das Gehirntumorrisiko;
- Bei Kindern ist das Gehirntumorrisiko größer als bei Erwachsenen.
Dieser Bericht führt elf Formfehler der Interphone-Studie auf, die von der Telekommunikationsbranche in 13 Ländern mitfinanziert wurde. Die 1999 begonnene Interphone-Studie sollte die Gehirntumorrisiken ermitteln, jedoch wurde die vollständige Veröffentlichung jahrelang zurückgehalten. Die bis jetzt veröffentlichten Teile dieser Studie decken auf, was die Autoren „systemische Verfälschung“ nennen: Gehirntumorrisiken wurden darin stark unterschätzt.
Lloyd Morgan, führender Autor und Mitglied der Bioelectromagnetics Society, sagte: „Bei der Mobilfunkbestrahlung handelt es sich um das größte menschliche Gesundheitsexperiment aller Zeiten, an dem etwa vier Milliarden Personen ohne Einverständniserklärung teilnehmen. Die Wissenschaft hat ein erhöhtes Risiko für Gehirntumore sowie Augenkrebs, Speicheldrüsentumore, Hodenkrebs, das Non-Hodgkin-Lymphom und Leukämie aufgrund der Verwendung von Mobiltelefonen nachgewiesen. Die Öffentlichkeit muss informiert werden.“
Zu den internationalen Wissenschaftlern, die die Studie unterstützen, gehören u.a. Ronald B. Herberman, MD (Direktor im Ruhestand des Krebsinstituts der University of Pittsburgh), David Carpenter, MD (Direktor des Instituts für Gesundheit und Umwelt der University of Albany), Martin Blank, PhD ( Columbia University), Professor Yury Grigoriev (Vorsitzender des russischen nationalen Komitees für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung) u.v.a.m..
Untersuchungsergebnisse über Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung im Staats-Archiv verschwunden
Professor Karl Hecht bekam in den 90er Jahren den Auftrag von der Regulierungsbehörde, einen Bericht über Forschungsergebnisse zur Langzeitwirkung von Mikrowellenstrahlung vorzulegen. Dazu gab er in der Zeitschrift Provokant 2/2009 ein Interview:
Provokant: Es ist nun schon ein Jahrzehnt her, dass Sie in staatlichem Auftrag die russisch/ sowjetischen Forschungsergebnisse zur Gefährlichkeit von Mikrowellen für uns aufbereitet haben. Fanden Ihre Schlussfolgerungen bei den Auftraggebern das entsprechende Interesse, vor allem aber bei denen, die laut Verfassung dazu verpflichtet sind, die Bevölkerung vor Schädigungen und Gefahren zu schützen?
Hecht: Leider nein. Unsere Literaturrecherche verschwand sofort im Archiv. Bis heute hat sich kaum eine offizielle Stelle dafür interessiert, noch nicht einmal zu Zeiten der rot-grünen Regierung. Die Industrie und ihre Forschungseinrichtungen erst recht nicht.
Lesen Sie das ganze Interview.pdf >>
Zum Grenzwertbluff: Prof.Josef Lutz, TU Chemnitz am 17.4.2007 im MDR
"Die Grenzwerte sind viel zu hoch. Die Grenzwerte entsprechen eigentlich dem, was früher im Warschauer Pakt für das Militär zulässig war. Das vergleichen wir jetzt mit dem Autoverkehr, da lässt man im Wohngebiet Tempo 30 zu.
Entspräche der Grenzwert, den eine Reihe ernsthafter Wissenschaftler fordern(SalzburgerWert)
dem, Tempo 30 km/h zu fahren,
ist heute für die Mobilfunkkonzerne erlaubt, 300.000 km/h zu fahren."
(MDR-Sachsenspiegel, 17.4.2007)
Lesen Sie dazu das
Interview mit Prof. Lutz.pdf >>
zur Grenzwertproblematik vom 30.11.2006.
Neue Studie von Prof.J.Lutz: „Mobilfunkanlagen in Deutschland extreme
Energiefresser“
Eine Studie der Technischen Universität Chemnitz
kommt zu dem Schluss, dass die Mobilfunknetze in
Deutschland extreme Energiefresser sind.
Der
Fortschritt in Sachen Klimaschutz bei der
Energieerzeugung durch Solarenergie werde vom
zunehmenden Ausbau der Netze komplett
aufgezehrt, erklärte Josef Lutz, Professor für
Leistungselektronik und elektromagnetische
Verträglichkeit, heute in Chemnitz gegenüber
de.internet.com.
Der Studie liegen Angaben des Mobilfunkbetreibers
O2 zugrunde. Demnach verbraucht eine
Sendeanlage bis zu 2 Kilowatt. Im Normalbetrieb,
den die Chemnitzer Stadtwerke maßen, waren es
1,3 Kilowatt!
Lesen Sie hier die komplette Meldung.pdf >>
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