Signale aus Stuttgart: Gemeinsames Kommuniqué der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und der Bürgerinitiative Mobilfunk Stuttgart - West

Kirchew und MobilfunkDas Ergebnis der Auseinandersetzung unserer Bürgerinitiative mit der örtlichen evangelischen Kirche ist ein Erfolg. Streitpunkt ist seit vier Jahren der Mobilfunkmast in der Bismarckstraße 57 auf einem kirchlichen Gebäude. Drei Gesprächsrunden seit 2009 unter Moderation der ev. Akademie Bad Boll haben ein klares Ergebnis. Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart

  • Vermietet keine Gebäude mehr an Mobilfunkbetreiber
  • Verlängert nicht mehr laufende Verträge
  • Versucht den bestehenden Vertrag in der Bismarckstraße zu kündigen
  • Fordert die Stadt Stuttgart zu einem Mobilfunkvorsorgekonzept auf mit dem Ziel der Strahlenminimierung
  • Anerkennt im gemeinsamen Kommunique, dass viele Hinweise aus der Wissenschaft, staatlichen Institutionen und dem BUND vorliegen, die auf potentielle Risiken der Mobilfunktechnologie hinweisen und deshalb statt Geschäften mit den Mobilfunkbetreibern eine Vorsorgepolitik notwendig machen

Die Bürgerinitiative freut sich, dass die evangelische Kirche sich in ihrer Verantwortung für die Schöpfung mit dem Thema auseinandergesetzt und den Mut hatte, ein Stuttgarter Signal zu setzen. Die Kirchenvertreter waren ihrerseits angetan von der fachlichen Kompetenz und dem sachlichen Diskussionsstil unserer Bürgerinitiative. Die Diskussion ist noch nicht beendet, denn der Mast in der Bismarckstraße bestrahlt uns weiter. Wir bitten Sie, das Kommuniqué v.a. an kirchliche Institutionen weiter zu verbreiten.

Gemeinsames Kommuniqué.pdf>>

Pressemitteilung der evangelischen Kirche.pdf>>

Veranstaltung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart:

Dr. H.P. Neitzke (ECOLOG –Institut) hält einen Vortrag über den Stand der Mobilfunk - Forschung
Montag, 22. November , Beginn vorauss. 20.00 Uhr, Hospitalhof, | Büchsenstraße 33 | 70174 Stuttgart-Mitte
Empfehlenswerte Vorbereitungslektüre : H.P. Neitzke: Forschung tut not!,

Download auf: http://www.mobilfunkstudien.de/dokumentationen/dokumentationen-m-o/neitzke-forschung-tut-not.php

Diagnose-Funk-Deutschland gegründet

Diagnose Funk Deutschland

Endlich: die mobilfunkkritische Bewegung schließt sich zusammen:

Es geht auch auf unsere Initiative zurück: Diagnose-Funk Deutschland wurde gegründet. In vier Jahren Auseinandersetzung wurde unserer Bürgerinitiative klar: ohne eine starke bundesweite Organisation, die die Kompetenz der Bürgerinitiativen, kritischer Wissenschaftler und Politiker integriert, kommt der Widerstand nicht voran. An der Bündelung der Kräfte haben erfolgreich verschiedene Gruppierungen gearbeitet: Diagnose-Funk Schweiz, Vertreter des bundesweiten Netzwerk-Risiko-Mobilfunk, des Mobilfunk Bürgerforum Südwest e.V., der Wissenschaftlervereinigung Kompetenzinitiative e.V., des AK ESMOG des BUND Stuttgart, Vertreter unserer Bürgerinitiative und weitere Vertreter mobilfunkkritischer Initiativen.

Das Gerüst steht:
Mit den Broschüren unserer Bürgerinitiative, der Kompetenzinitiative e.V. und den Brennpunkten von Diagnose-Funk wurden fundierte, international anerkannte Informationen erarbeitet. Die meisten Bürgerinitiativen in Deutschland, der Schweiz und Österreich arbeiten bereits auf der Grundlage dieses Materials.
Die Homepage www.diagnose-funk.org ist seit Jahren das führende Informationsportal. Die neue Datenbank, www.mobilfunkstudien.de, ging diese Woche nach einjähriger Arbeit ans Netz.

Die Richtung der Arbeit:
Diagnose-Funk setzt sich für den Schutz der Bevölkerung und für umweltverträgliche und zukunftsfähige Technologien ein. Als Umwelt- und Verbraucherorganisation fordert Diagnose-Funk unter anderem Schutz und Aufklärung vor allem der Kinder und Jugend vor den bewiesenen Gefahren der Mobilfunktechnologie.

Jetzt Mitglied werden:
Um Änderungen in der gesundheitsgefährdenden Mobilfunkpolitik zu erreichen, kommt gerade den Bürgerinitiativen und aktiven Einzelpersonen eine Schlüsselrolle zu. Nur mit ihrer Hilfe kann eine starke bundesweite Organisation entstehen. Werden Sie als Einzelperson oder als Bürgerinitiative Mitglied bei Diagnose-Funk und stärken Sie die notwendige bundesweite Kooperation.
Ihr Mitgliedsbeitrag wird eine fundierte Arbeit ermöglichen.
Spenden Sie für den Aufbau von Diagnose – Funk.

Mitgliedsantrag.pdf >>

Abonnieren Sie kompakt und weitere neue Veröffentlichungen Das monatliche Nachrichtenrundmail Kompakt bringt Ihnen monatlich in Kurzform die wichtigsten Mobilfunk-Informationen aus Politik, Medizin, Forschung, Recht und den Bürgerinitiativen. Mit dem Nachrichtendienst kompakt und dem bald erscheinenden Magazin IMPULS und für diejenigen, die öfter auf dem Laufenden gehalten werden wollen, den Newsletter aktuell, wird Ihnen Diagnose-Funk regelmäßige Informationen anbieten. Unsere BI arbeitet an diesen Veröffentlichungen mit. Abonnieren Sie die Veröffentlichungen unter:

http://www.diagnose-funk.org/aktuell/newsletter/index.php

Der Bock wird zum Gärtner!
Mobilfunkbetreiber und deutsche Regierung einig:
Aufklärung über Mobilfunkrisiken wird an die Industrie delegiert

Der Bock als GärtnerDreister geht es nicht: nun wird in Deutschland die Gesundheitsvorsorge und Aufklärung über die Mobilfunktechnologie direkt in die Hände der Industrie übergeben.
Ab 1.1.2010 wurde das WIK (Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikations-dienste) damit beauftragt.

Im Wirtschaftsbeirat Telekommunikation (http://www.wik.org/index.php?id=141&L=0) des WIK sitzen Vorstandvorsitzende und Geschäftsführer aller großen Mobilfunkanbieter.pdf >>

Aus der Pressemitteilung.pdf >> wird klar: es geht darum, die Bevölkerung von der Unschädlichkeit der Produkte zu überzeugen und die Kritiker in den Griff zu bekommen:

„Hintergrund: Mit der Vergabe der UMTS-Frequenzen im Herbst 2000 hat in Deutschland eine breite und teilweise äußerst kontrovers geführte öffentliche Diskussion über die potenziellen gesundheitlichen Folgen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (HF-EMF) eingesetzt. Die Folgen dieser Debatte bestanden unter anderem in einem deutlich verzögerten Netzausbau, hohen Kosten für die Suche nach gemeinverträglichen Standorten, zahllosen Gerichtsverfahren, entgangenen Gewinnen der Netzbetreiber auf Grund unterbliebener Dienstenutzung, der Auflage eines kostspieligen Forschungsprogramms (Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm, DMF), einem Imageverlust für die Netzbetreiber, aber auch in hohen legitimatorischen Defiziten öffentlicher Institutionen, mithin also beachtlichen Schäden für die Volkswirtschaft.“

„Mit Beginn des Jahres hat die neu gegründete Arbeitsgruppe „EMF und Umwelt“ am Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK GmbH) in Bad Honnef ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, den relevanten Akteuren und der Öffentlichkeit ein aktuelles und fundiertes Informationsangebot über Forschungsaktivitäten, die gesellschaftliche Diskussion und Expertenbewertungen zu potenziellen Wirkungen elektromagnetischer Felder zu machen. WIK GmbH will mit diesem Engagement zur Versachlichung der seit Jahren kontrovers geführten Diskussion über mögliche Auswirkungen elektromagnetischer Felder (EMF) auf die Umwelt beitragen und eine breite Informationsbasis für den öffentlichen Dialog bereitstellen.“

Der Vorstand des WIK besteht aus hochrangigen Managern aus Industrie und Regierungskreisen.

Strahlenbelastung zum Thema in Betrieb und
Gewerkschaft machen!

SicherheitsbeauftragterSicherheitsbeauftragter 4/2009:

Über die Wirkung des Mobilfunks.pdf >>

Betriebsräte kümmern sich um Lärm, Gefahrstoffe, die Einhaltung von MAK Werten.
Strahlenbelastung als Gefährdung ist meist kein Thema.
Viele Arbeiter und Angestellte sind aber beruflich „gezwungen“, mit Funk - Technologien zu arbeiten. Sie haben ein DECT-Telefon auf dem Schreibtisch, ein Firmen-Handy, die PCs sind mit WLAN verbunden, neue Produk­tions – und
E-Logistik­verfahren werden durch  Hochfrequenz gesteuert.
Die Folgen zu hinterfragen, ist heute meist ein Tabu. Doch wenn dem Betriebsrat und auch dem Unternehmer klar wird, dass dies den Krankheitsstand und die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen kann, lässt sich das ändern. Die IHK Ulm ließ deshalb ihr Gebäude gegen Handymasten abschirmen und erließ im Gebäude ein Handyverbot. Ein erster Schritt kann sein: den Sicherheitsbeauftragten oder den Betriebsrat aufzufordern, die Strahlenbelastung messen zu lassen und das Thema auf der Betriebsversammlung zu behandeln.
Der Artikel aus dem „Sicherheitsbeauftragten“ bietet eine gute Argumentations­grundlage. Busfahrer, U-Bahn-, S-Bahn- und Zugfahrer sind besonders belastet, aber auch alle Fahrgäste - durch die telefonierenden Fahrgäste und die Hot Spots in den Zügen. Deshalb: In den Gewerkschaften und der Kommunalpolitik ein Handyverbot in Bussen und Bahnen fordern.

IZMF – Ärztefortbildung in Stuttgart:
15 Teilnehmer verlassen unter Protest und Beifall den Saal

IZMF-Protest
22.04.2009

Das war wohl außergewöhnlich für eine Fortbildung: Während der Diskussion verließen ca. 15 Teilnehmer unter Protest und Beifall fast aller (!) Teilnehmer den Saal.

Info des Vereins zum Schutz vor Elektrosmog zur IZMF Veranstaltung. pdf >>

Beilage: Stand der Forschung. pdf >>

Vorbereitungspapier für Teilnehmer:
Medizinische Aufklärung oder Produktwerbung? pdf>>

Beilage aus umwelt-medizin-gesellschaft zu den unwissenschaftlichen Positionen der Prof. Eikmann / Herr.pdf>>

Das IZMF (Informationszentrum Mobilfunk, Werbeagentur der Netzbetreiber) hatte unter dem Titel „Mobilfunk – Gesundheitsdebatte zwischen Ängsten und Wissen.“ Ärzte und Angestellte des Gesundheitswesens an die Uni Stuttgart geladen. Als prominentester Referent war Prof.A.Lerchl, oberster Strahlenschützer Deutschlands für Mobilfunk, geladen. Damit war diese Veranstaltung auch ein Politikum.
Fast alle ca. 80 Teilnehmer lasen das Info des „Vereins zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog“. Die Vorträge der Referenten brachten das Erwartetete: eine Totalentwarnung, aber so platt, dass immer wieder Ummut aufkam. Besonders empört haben viele Teilnehmer die Ausführungen von Prof. Caroline Herr, die vertrat, dass Elektrosensibilität eine eingebildete Krankheit und primär auf psychische Störungen zurückzuführen sei. Das weitet Sie bekanntlich zusammen mit Prof. Eikmann generell auf Umwelterkrankungen aus (s.dazu unten PDF).

Diskussion ohne Antworten

Gleich zu Beginn der Diskussion fragte ein Teilnehmer Prof. Lerchl:

„Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm gestand ein, dass zu Kindern keine Langzeituntersuchungen vorliegen. Was werden sie als oberster Strahlenschützer tun, um offene Fragen zu klären? Haben Sie keine Bedenken, dass Sie ein ähnliches Dilemma riskieren wie bei Asbest und Holzschutzmitteln ? Wären sie als verantwortlicher Strahlenschützer nicht verpflichtet, bei den vorhandenen Hinweisen, zumindest den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes zu stoppen, bis Ergebnisse von Langzeitstudien vorliegen? Aus juristischer Sicht reichen meines Wissens Verdachtsmomente aus, um im Rahmen der Vorsorgepflicht zu handeln. In der Medizin müsste einem Medikament bei solchen vorhandenen Hinweisen die Zulassung entzogen werden.“ (Mitschrift)

Keine  konkrete Antwort.

Die Frage zu seinem Standpunkt zu Forschungsergebnissen zur Hemmung der Krebsreparatur (Belyaev, 2008), über die der Elektrosmogreport berichtet, ( s. Beilage zum Info) wurde gestellt.

Keine  konkrete  Antwort.

Prof. Lerchls öffentlicher Behauptung, die REFLEX-Studie stehe unter Fälschungsverdacht, wurde mehrmals vehement widersprochen.
Einer Teilnehmerin platzte nun der Kragen:

„Nach meinem Eindruck haben Sie Herr Dr. Lerchl und Sie Frau Dr. Herr versucht eine Menge Beruhigungspillen zu verteilen, im Sinne von keine Gefahr, alles bestens, alles Hysteriker. Mich wundert das auch gar nicht, wenn ich mir auf der Einladung anschaue, wer diese Veranstaltung trägt und finanziert, genauso wie die meisten Forschungen von denen Sie hier berichtet haben, die Mobilfunkindustrie.
Ich finde es unverantwortlich, was Sie da machen, besonders den nachfolgenden Generationen gegenüber. Es gibt noch keinerlei Forschungsstudien, die nachweisen, dass es ungefährlich ist, wenn Kinder, wie heutzutage üblich, dauerhaft einer allseitigen Bestrahlung ausgesetzt sind. Dagegen gibt es genügend Forschungen von namhaften Wissenschaftlern, die dringend davor warnen. Ich baue darauf, dass hier im Raum intelligente Menschen sitzen, die ihren Kopf selber gebrauchen und auf derartige Veranstaltungen verzichten können. Ich für meinen Teil verlasse die Veranstaltung.“
(Bestätigte Mitschrift )

Podium: Frau Wiebusch (IZMF) : „Wollen Sie keine Antwort?“ Teilnehmerin: „Von Ihnen nicht!“

15 Leute verlassen unter Beifall den Saal.

Eine andere Teilnehmerin schrieb uns: es war wie auf einer Amalgam Veranstaltung von Degussa.

Wir meinen: der eigentliche Skandal ist, dass die Landesärztekammer für solch eine plumpe Werbeveranstaltung auch noch Punkte vergibt!

Unser Fazit: es ist ermutigend, dass sich viele Teilnehmer zu Wort meldeten.
Zum Erstaunen der Entwarnungsmannschaft des IZMF benutzen die Menschen ihren Kopf nicht nur zum Handytelefonieren, sondern auch zum Denken.


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